Häufig gestellte Fragen

Du hast unsere Webseite durchstöbert, aber dir schwirren noch einige Fragen durch den Kopf? Vielleicht wirst du hier fündig. Wir haben die wichtigsten Fragen und Informationen zusammengestellt, die dir als Pflegestelle oder Adoptant*in weiterhelfen können.

Viele Hunde aus dem Mittelmeerraum führen trotz einer Infektion mit einer sogenannten Mittelmeerkrankheit ein ganz normales und glückliches Leben. Durch moderne Diagnostik, regelmäßige Gesundheitskontrollen und eine gezielte Behandlung können die meisten Erkrankungen gut kontrolliert werden. Nicht jeder Hund aus Griechenland oder Kreta ist betroffen. Viele Hunde zeigen ihr ganzes Leben lang keinerlei Symptome. Dennoch möchten wir transparent informieren und über die häufigsten Erkrankungen aufklären.

Leishmaniose

Leishmaniose wird durch den Stich infizierter Sandmücken übertragen. Sie gilt als die bekannteste Mittelmeerkrankheit. Leishmaniose kommt auf Kreta vor, jedoch ist längst nicht jeder Straßen- oder Tierheimhund betroffen. Viele Hunde bleiben ihr Leben lang gesund oder entwickeln nie Symptome.

Mögliche Symptome
  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit
  • Hautveränderungen und Haarausfall
  • Schuppige Haut, insbesondere an Ohren und Augen
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Müdigkeit
  • Krallenwachstumsstörungen
  • Nierenprobleme im fortgeschrittenen Stadium
Wann können Symptome auftreten?

Die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich. Symptome können bereits wenige Monate nach der Infektion auftreten, manchmal aber auch erst nach vielen Jahren. Es gibt Hunde, die zwar infiziert sind, jedoch niemals erkranken.

Behandlung

Leishmaniose gilt derzeit als nicht vollständig heilbar, ist jedoch in den meisten Fällen sehr gut behandelbar. Mit Medikamenten und regelmäßigen tierärztlichen Kontrollen können viele betroffene Hunde über viele Jahre hinweg eine ausgezeichnete Lebensqualität haben und ein völlig normales Familienleben führen. Ein positiver
Leishmaniose-Test bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund krank ist. Viele positiv getestete Hunde zeigen keinerlei Symptome und leben bei guter Betreuung genauso glücklich und aktiv wie andere Hunde.

Babesiose

Babesiose wird durch Zecken übertragen. Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen. Babesiose kommt im Mittelmeerraum vor, wird auf Kreta jedoch deutlich seltener diagnostiziert als beispielsweise Leishmaniose.

Mögliche Symptome
  • Fieber
  • Mattigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Blasse Schleimhäute
  • Dunkler Urin (rot bis schwarz)
  • Blutarmut
Wann können Symptome auftreten?

Meist innerhalb von wenigen Tagen bis mehreren Wochen nach der Infektion.

Behandlung

Babesiose kann in vielen Fällen erfolgreich medikamentös behandelt werden. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.

Ehrlichiose

Die Übertragung erfolgt durch Zecken. Ehrlichiose gehört zu den häufigeren, durch Zecken übertragenen Erkrankungen im Mittelmeerraum.

Mögliche Symptome
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Nasenbluten
  • Blutungsneigung
  • Vergrößerte Lymphknoten
Wann können Symptome auftreten?

Erste Symptome treten häufig innerhalb von 1 bis 3 Wochen nach der Infektion auf. In einigen Fällen kann die Erkrankung lange unbemerkt bleiben.

Behandlung

Ehrlichiose lässt sich meist sehr gut mit Antibiotika behandeln. Viele Hunde erholen sich nach einer rechtzeitigen Therapie vollständig.

Anaplasmose

Anaplasmose wird ebenfalls durch Zecken übertragen. Die Erkrankung kommt nicht so häufig wie Ehrlichiose auf Kreta vor.

Mögliche Symptome
  • Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Lahmheit
  • Mattigkeit
  • Appetitlosigkeit
Wann können Symptome auftreten?

Meist innerhalb von wenigen Tagen bis mehreren Wochen nach der Infektion.

Behandlung

Anaplasmose spricht in der Regel sehr gut auf eine antibiotische Behandlung an. Die Prognose ist bei frühzeitiger Diagnose meist sehr gut.

Dirofilariose (Herzwurm)

Die Übertragung erfolgt durch Mücken. Die Larven entwickeln sich im Körper des Hundes zu Würmern. Dirofilariose kommt in einigen Regionen Griechenlands vor, ist auf Kreta jedoch deutlich weniger verbreitet.

Mögliche Symptome
  • Husten
  • Schnelle Ermüdung
  • Leistungsschwäche
  • Atemprobleme
  • Gewichtsverlust
Wann können Symptome auftreten?

Erste Krankheitszeichen treten häufig erst mehrere Monate bis sogar Jahre nach der Infektion auf.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt unter tierärztlicher Kontrolle und richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Früh erkannte Fälle haben meist eine gute Prognose.

Unser Umgang mit Mittelmeerkrankheiten

Alle unsere Hunde werden tierärztlich untersucht und auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Über bekannte Befunde informieren wir unsere Interessenten selbstverständlich offen und transparent.

Unser Ziel ist es, jedem Hund die Chance auf ein liebevolles Zuhause zu ermöglichen, unabhängig davon, ob ein Testergebnis positiv oder negativ ausfällt. Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung und erst recht nicht, dass ein Hund kein glücklicher Familienhund werden kann.

Jede Hilfe zählt und macht für uns den entscheidenden Unterschied! Es gibt viele Möglichkeiten, wie du unsere Arbeit und die Tiere unterstützen kannst:

  • Mitglied werden: Werde Teil unseres Vereins! Als Mitglied kannst du uns ganz individuell unterstützen, ob durch einen regelmäßigen finanziellen Beitrag oder indem du deine ganz eigenen Fähigkeiten aktiv bei uns einbringst.
  • Pflegestelle werden: Du hast Platz, Zeit und viel Geduld? Als Pflegestelle nimmst du einen unserer Hunde vorübergehend bei dir auf und bereitest ihn auf sein neues Leben vor.
  • Geld spenden: Ob einmaliger Beitrag oder regelmäßige Unterstützung, deine Geldspende hilft uns, Tierarztrechnungen, Transporte und alle weiteren anfallenden Kosten zu tragen.
  • Sachspenden abgeben: Wir freuen uns riesig über gut erhaltene oder neue Sachspenden! Da unser Bedarf variiert, kontaktiere uns bitte vorab kurz, was wir aktuell benötigen (z. B. Körbchen, passende Geschirre, Maulkörbe).

Der Transport nach Deutschland erfolgt stets legal, sicher und unter strengen tierschutzrechtlichen Auflagen. Die Einreise erfolgt entweder in speziell umgebauten, klimatisierten Transportern oder per Flugzeug. Alle Transporte werden über das europäische Datenbank-System TRACES (Trade Control and Expert System) angemeldet und behördlich überwacht. Das bedeutet, dass die Fahrten von den zuständigen Veterinärämtern im Herkunftsland sowie in Deutschland geprüft und genehmigt werden. Jeder Hund reist mit einem gültigen EU-Heimtierausweis, ist gechipt, voll geimpft, entwurmt auf die typischen Reisekrankheiten getestet. Wir distanzieren uns entschieden von illegalem Hundehandel. Das Wohl der Tiere und eine lückenlose, behördlich dokumentierte Transparenz stehen bei jedem Transport an erster Stelle!

Die Schutzgebühr beträgt 450€. Sie ist kein „Kaufpreis“, sondern ein Unkostenbeitrag, der verhindert, dass Tiere unüberlegt angeschafft werden, und mit dem wir einen Teil unserer Ausgaben decken.

Die Schutzgebühr setzt sich wie folgt zusammen:

  • Transportkosten: Sichere und behördlich überwachte Einreise des Hundes nach Deutschland.
  • Medizinische Versorgung: Tierarztbesuche in Deutschland (z. B. Nachimpfungen, Gesundheitschecks oder akute Behandlungen).
  • Versicherungen: Haftpflichtversicherung und Schutz während der Vermittlungsphase.
  • Unterstützung für das Takis Shelter: Ein möglicher Überschuss geht als direkte Spende an das Takis Shelter in Griechenland. Damit helfen wir genau dem Partner-Shelter, aus dem viele unserer Hunde stammen, die Versorgung und Rettung weiterer Straßentiere vor Ort zu sichern.

Transparenz ist uns wichtig:Tierschutz ist kein Gewinngeschäft. Jeder Cent aus der Schutzgebühr fließt direkt zurück in die Rettung, Pflege und medizinische Versorgung der Tiere.

Der Verein trägt sämtliche Tierarztkosten sowie die Haftpflichtversicherung für den Pflegehund. Wichtig ist hierbei nur, dass Behandlungen vorab mit uns abgesprochen werden. Du übernimmst die täglichen Kosten für das Futter sowie die grundlegende Erstausstattung bzw. das
Zubehör (z. B. Näpfe, Decken, Leine und Geschirr). Sollte es dir einmal nicht möglich sein, Zubehör komplett selbst zu finanzieren, sprich uns gerne an. Wir finden oft eine gemeinsame Lösung durch vorrätige Sachspenden!

Viele Tierschutzhunde sind in der ersten Zeit in ihrer neuen Umgebung unsicher und schreckhaft. Plötzliche Geräusche oder ungewohnte Situationen können Hunde erschrecken und zur Flucht führen. Damit dein Hund in jeder Situation geschützt ist, gilt bei uns das Prinzip der doppelten Sicherung:

  • Sicherheitsgeschirr: Ein normales Geschirr oder Halsband reicht am Anfang nicht aus, da Hunde sich daraus leicht nach hinten herauswinden können. Ein Sicherheitsgeschirr besitzt einen zweiten Bauchgurt, der hinter dem Rippenbogen anliegt. Aus diesem Geschirr gibt es kein Entkommen.
  • Doppelte Sicherung: Nutze beim Gassi gehen immer zwei Leinen: Eine Leine wird am Sicherheitsgeschirr befestigt und um deinen Bauch gegurtet oder an einem Bauchgurt fixiert. Die zweite Leine befestigst du am Halsband und hältst sie in der Hand. Fällt dir eine Leine aus der Hand, ist der Hund über die zweite Leine weiterhin gesichert.
  • GPS-Tracker (Empfehlung): Für die Eingewöhnungszeit empfehlen wir einen GPS-Tracker zu verwenden. Sollte der Hund doch einmal entlaufen, lässt er sich so sofort orten.

Sicherheit geht immer vor: Bitte unterschätze die Schreckhaftigkeit eines frisch angekommenen Hundes nicht. Doppelte Sicherung rettet Leben!

Das lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Die Verweildauer kann stark variieren. Im Durchschnitt reicht der Aufenthalt von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten. In seltenen Fällen kann es auch ein Jahr oder länger dauern. Als Pflegestelle begleitest du deinen Pflegehund so lange, bis die richtigen Menschen gefunden sind!

Wir hoffen natürlich immer, dass die Hunde hier Für-Immer-Zuhause gefunden haben. Kommt es aber aufgrund von Krankheit oder anderen unvorhersehbaren Ereignissen dazu, dass du dein Familienmitglied wieder abgeben muss, kommt er wieder auf eine vereinseigene Pflegestelle.